„Ostkost vom Schlosskoch“ holt das Dorf ins Schloss: am 26. März gibt es im Schloss Ribbeck die zweite Folge des multimedialen kulinarischen Events, der im Oktober 2009 mit großem Erfolg die „Film+Medientage Haveland 2009“ eröffnet hatte.
Der Gastronomische Leiter von Schloss Ribbeck, Thore Redepenning, und das Künstlerduo atelier havelblick (Gabriele Konsor, Roland Eckelt) haben gemeinsam ein neues Programm entwickelt. Es stellt die Bauern ins Rampenlicht, die diesmal nicht nur als Lebensmittelproduzenten auftreten, sondern auch als Filmemacher, Schauspieler und Mitwirkende.
In einem erneuten Aufeinandertreffen von Ess-Traditionen aus DDR-Zeiten mit Speise-Moden der Gegenwart bildet ein 3-Gänge-Menu den Rahmen für einen Abend der unerwarteten Begegnungen.
Zeit: 26. März 2010, 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr)
Veranstaltungsort: Schloss Ribbeck,
Theodor-Fontane Str. 10, 14641 Ribbeck
Eintritt: 29 Euro (incl. Menu, ohne Getränke)
Karten-Vorverkauf und weitere Infos:
- Schloss Ribbeck, Tel. 033237 - 8590-0
- atelier havelblick, 033875 - 31636, mailbox@atelierhavelblick.de
Das Essen: In den Kochtöpfen der Ribbecker Schlossköche erlebt die Küche der DDR keine unreflektiert nostalgische Renaissance, sondern eine zeitgemäße Neuinterpretation. So sorgte beim ersten Ostkost-vom-Schlosskoch-Event der im Menü angekündigte “Goldbroiler“ für Überraschung, der von Thore Redepenning mit echtem Blattgold angerichtet wurde, und der “Eierlikör im Schokobecher“ präsentierte sich als knuspriges Gebäck mit leichter Mousse.
Bei der Auswahl der Zutaten steht diesmal die Jahreszeit im Vordergrund: Was zum Ende des Winters, vor Beginn der Karwoche, ländliche Keller und Scheunen noch hergeben, wird unter den Händen des Spitzenkochs eine kulinarische Symbiose mit ersten essbaren Vorboten des Frühlings eingehen. Man darf gespannt sein, was für lukullische Kunstwerke Thore Redepenning am 26. März aus den Resten der Wintervorräte auf die Teller zaubert.
„Produkte aus der Region saisonal zu verarbeiten war schon früher aus gegebener Notwendigkeit das Konzept der Küche im ‘Osten‘. Heute besinnt man sich auf diese Werte, entdeckt z.B. alte Sorten wieder. Im Restaurant sind Zubereitung und Interpretation zentral. Es
kommt wieder gekonnt Handgemachtes auf den Tisch, liebevoll zubereitet und mit geschmacklichem Aha-Erlebnis!“, so Thore Redepenning, der seit 10 Jahren im Havelland lebt und arbeitet. Er wird dem Publikum direkte Einblicke in die Zubereitung der Speisen und die Arbeit seines Teams geben: „Man soll sehen und erleben, was hinter dem steht, was auf den Teller kommt: regionale, frische Zutaten, voller „lebendiger“ Energie, Kochkunst und Präzision.“
Die Filme: Auch auf der Leinwand, auf der sich alles um bäuerliches Leben dreht, werden sich scheinbare Gegensätze begegnen. In ihrer Filmauswahl stellen Gabriele Konsor und Roland Eckelt dem arbeitsreichen Alltag einer LPG, wie ihn der Amateurfilmer Emil Jurkowski zu DDR-Zeiten in Ribbecks Nachbarort Königshorst dokumentierte, ein Projekt der Künstler Elisabeth Schimana und Markus Seidl gegenüber, die 2001 in Österreich ein ganzes Dorf zum Nichtstun bewegten. Anhand von ausgewählten Film¬ausschnitten, Fotodokumenten und Interviews wird die dörfliche Arbeits- und Lebenswelt auf unterhaltsame und zugleich nachdenkliche Weise betrachtet.
„Bauern werden meistens ausschließlich als Nahrungsmittelproduzenten wahrgenommen, die nichts anderes im Sinn haben, als fleißig unsere Teller zu füllen.“, so Gabriele Konsor. „Wir wollen in unserer Präsentation eine andere Perspektive einnehmen: Da ist zum einen der Bauer und Filmemacher Emil Jurkowski. Er machte eine erstaunliche Karriere vom Traktoristen zum hauptberuflichen Film¬chronisten seiner LPG und drehte als Gründer und Leiter des “Amateurfilmstudios der LPG (P) Linum” zwischen 1965 und 1989 rund 30 ausgesprochen beachtenswerte Filme voll hintergründigen Humors. In dem Kunstprojekt “Ein Dorf tut nichts“ findet dann ein offener „Tabubruch“ statt, indem ein ganzes Bauerndorf die Arbeit niederlegt. Die Künstler hatten entsprechend Mühe, Menschen zu finden, die dazu bereit waren...“
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